Liebe Grüße, Steffi
Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.
Zunächst einmal: Ein PTH-Wert von exakt 99,7 pg/ml (Picogramm pro Milliliter) liegt jenseits des üblichen Referenzbereichs von ca. 15–65 pg/ml (je nach Labor und Methode leicht variierend). In der Nephrologie ist ein solcher Wert hochrelevant, da Parathormon (PTH) eine zentrale Rolle im Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel spielt und eng mit der Nierenfunktion verknüpft ist. Lassen Sie mich das Schritt für Schritt erklären.
Interpretation des Werts: PTH 99,7 pg/ml deutet auf einen Hyperparathyreoidismus hin. Primär wäre ein autonomer Überschuss durch ein Adenom der Nebenschilddrüse (häufigste Ursache bei 85 % der Fälle), sekundär durch chronische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz (CKD), Vitamin-D-Mangel oder Kalziummangel. In nephrologischem Kontext ist sekundärer Hyperparathyreoidismus bei CKD Stadium 3 (eGFR 30–59 ml/min) am häufigsten – hier steigt PTH, um Phosphat auszuscheiden und Kalzium zu mobilisieren, da die Nieren Vitamin D nicht aktivieren können. Ihr angegebenes Kreatinin 0,9 mg/dl (normal) und Kalzium 2,3 mmol/l (normal) sprechen eher gegen fortgeschrittenes CKD, deuten aber auf frühes Stadium oder andere Ursachen hin (z. B. eGFR berechnen lassen!). Symptome wie Müdigkeit und Rückenschmerzen passen zu mildem Hyperparathyreoidismus (Knochenschmerzen durch Knochenresorption).
Differentialdiagnose (DD):
Nächste Schritte (Diagnostik):
Management: Abhängig von Ursache. Bei sekundärem nephrogenem HPT: Phosphatbinder (z. B. Calciumcarbonat), Vitamin-D-Analoga (Alfacalcidol), Cinacalcet (PTH-Rezeptor-Antagonist) bei CKD 4/5. Primärer HPT: Chirurgie (Adenomektomie, Heilungsrate >95 %). Lebensstil: Kalziumreiche Ernährung, Sonne/Vitamin D 1000–2000 IE/Tag (nach Absprache), Phosphatreduktion, Hydration.
Prognose: Exzellent bei früher Erkennung. Sekundärer HPT reversibel bei CKD-Behandlung (Ziel PTH 2–9x Obergrenze bei Dialyse, niedriger bei Frühstadien). Primärer: Nach OP normalisiert sich PTH bei 90 %. Komplikationen (Niereninsuff, Frakturen) vermeidbar. Regelmäßige Kontrollen essenziell.
Bitte sofort einen Nephrologen aufsuchen – kein Grund zur Panik, aber handeln! Dies ersetzt keinen individuellen Rat.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Quellen/Referenzen:
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Medizinisch geprüft: 3. Januar 2026 von Dr. med. Cereceda Coto
Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier: