Parathormon (PTH) verstehen: Bedeutung, Normwerte und medizinische Einordnung
Das Parathormon, häufig abgekürzt als PTH, ist ein zentrales Hormon für die Regulation des Calcium- und Phosphathaushalts im Körper. Viele Menschen begegnen diesem Wert erstmals, wenn im Blutbefund Auffälligkeiten bei Calcium, Vitamin D oder bestimmten Nierenwerten festgestellt werden.
Ein erhöhter oder erniedrigter Parathormon-Wert kann verunsichern, da häufig sofort an Knochenprobleme oder Störungen der Nebenschilddrüsen gedacht wird. Tatsächlich ist die Interpretation des PTH-Werts komplex und immer vom Gesamtzusammenhang abhängig.
Auf dieser Seite finden Sie eine ausführliche, verständliche Erklärung: Was Parathormon ist, welche Aufgaben es erfüllt, welche Normwerte gelten, warum der Wert erhöht oder erniedrigt sein kann und wie Laborergebnisse sinnvoll eingeordnet werden.
Was ist Parathormon (PTH)?
Parathormon ist ein Hormon, das in den sogenannten Nebenschilddrüsen gebildet wird. Diese kleinen Drüsen befinden sich in unmittelbarer Nähe der Schilddrüse im Halsbereich.
Die Hauptaufgabe des Parathormons besteht darin, den Calciumspiegel im Blut stabil zu halten. Calcium ist essenziell für viele Körperfunktionen, unter anderem für die Muskelkontraktion, die Reizleitung der Nerven und die Stabilität der Knochen.
Das Parathormon wirkt dabei als fein abgestimmter Regulator, der auf Veränderungen des Calciumspiegels sehr sensibel reagiert.
Welche Funktionen hat Parathormon im Körper?
Parathormon beeinflusst den Calciumhaushalt auf mehreren Ebenen gleichzeitig:
- Freisetzung von Calcium aus den Knochen
- Rückresorption von Calcium in den Nieren
- Regulation des Vitamin-D-Stoffwechsels
- Beeinflussung des Phosphatspiegels
Sinkt der Calciumspiegel im Blut, steigt die Ausschüttung von Parathormon an. Steigt der Calciumspiegel, wird die Hormonfreisetzung entsprechend gedrosselt.
Dieses Regelkreissystem ist entscheidend, um sowohl Unter- als auch Überversorgungen mit Calcium zu vermeiden.
Wie wird der Parathormon-Wert gemessen?
Der Parathormon-Wert wird im Blutserum bestimmt. In der Regel erfolgt die Blutabnahme nüchtern, da Nahrung den Calciumspiegel und damit indirekt auch das Parathormon beeinflussen kann.
Der Wert wird meist in pg/ml oder ng/l angegeben. Da Parathormon eine kurze Halbwertszeit besitzt, ist eine korrekte Probenverarbeitung wichtig, um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten.
Für die medizinische Beurteilung wird der PTH-Wert fast immer gemeinsam mit Calcium, Phosphat, Vitamin D und gegebenenfalls Nierenwerten betrachtet.
Normwerte für Parathormon
Die Referenzbereiche für Parathormon können je nach Labor leicht variieren. Häufig liegen sie bei:
- ca. 15–65 pg/ml
Wichtig ist: Ein Wert innerhalb des Normbereichs bedeutet nicht automatisch, dass der Calciumstoffwechsel optimal reguliert ist. Ebenso kann ein leicht erhöhter Wert je nach Begleitumständen unproblematisch sein.
Was bedeutet ein erhöhter Parathormon-Wert?
Ein erhöhter Parathormon-Wert wird als Hyperparathyreoidismus bezeichnet. Dabei wird zwischen verschiedenen Formen unterschieden, je nach zugrunde liegender Ursache.
Mögliche Ursachen für erhöhte PTH-Werte sind:
- Vitamin-D-Mangel
- chronische Nierenerkrankungen
- Störungen der Nebenschilddrüsen
- Calciummangel
- langfristige Veränderungen im Mineralstoffhaushalt
Besonders häufig ist ein sogenannter sekundärer Hyperparathyreoidismus, bei dem das Parathormon als Reaktion auf andere Störungen ansteigt.
Was bedeutet ein niedriger Parathormon-Wert?
Ein erniedrigter Parathormon-Wert ist seltener und kann auf eine verminderte Funktion der Nebenschilddrüsen hinweisen.
Mögliche Ursachen sind:
- Überversorgung mit Calcium
- bestimmte Autoimmunerkrankungen
- Schädigung der Nebenschilddrüsen
- starke Vitamin-D-Überdosierung
Auch hier gilt: Die klinische Bedeutung ergibt sich erst aus dem Zusammenspiel mit anderen Laborwerten.
Zusammenhang zwischen Parathormon, Calcium und Vitamin D
Parathormon, Calcium und Vitamin D stehen in einem engen Wechselspiel. Vitamin D fördert die Aufnahme von Calcium aus dem Darm, während Parathormon den Calciumspiegel kurzfristig reguliert.
Liegt ein Vitamin-D-Mangel vor, kann der Körper Calcium schlechter aufnehmen. Als Ausgleich steigt häufig der Parathormon-Wert an, um den Calciumspiegel dennoch stabil zu halten.
Deshalb wird Parathormon selten isoliert beurteilt, sondern immer im Kontext dieser Werte.
Parathormon und Nierenfunktion
Die Nieren spielen eine wichtige Rolle im Calcium- und Phosphathaushalt. Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann es zu komplexen Veränderungen kommen, die auch den Parathormon-Spiegel beeinflussen.
Besonders bei chronischen Nierenerkrankungen ist ein erhöhter Parathormon-Wert häufig Teil einer längerfristigen Anpassungsreaktion.
Deshalb wird PTH bei Nierenerkrankungen oft gemeinsam mit eGFR, Kreatinin und Phosphat überwacht.
Warum kann der Parathormon-Wert schwanken?
Schwankungen des Parathormon-Werts sind keine Seltenheit. Mögliche Einflussfaktoren sind:
- tageszeitliche Schwankungen
- Veränderungen der Calciumzufuhr
- Vitamin-D-Spiegel
- akute Erkrankungen
- Medikamente
Einzelne Messwerte sollten daher nicht überbewertet werden. Aussagekräftiger ist der Verlauf über mehrere Kontrollen hinweg.
Wann sollte ein auffälliger Parathormon-Wert abgeklärt werden?
Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn:
- der Parathormon-Wert dauerhaft erhöht oder erniedrigt ist
- gleichzeitig Calcium oder Vitamin D auffällig sind
- Knochenbeschwerden oder Nierenprobleme bestehen
- mehrere Laborwerte aus dem Gleichgewicht geraten sind
In vielen Fällen reicht eine Verlaufskontrolle, um vorübergehende Veränderungen von behandlungsbedürftigen Störungen zu unterscheiden.
Echte Erfahrungen: Parathormon-Werte im Forum
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Wichtiger Hinweis
Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Laborwerte sollten stets im Zusammenhang mit der individuellen gesundheitlichen Situation interpretiert werden.
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Dieser Artikel wurde von Dr. med. Cereceda Coto , Facharzt für Nephrologie, medizinisch geprüft.
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