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Medizinisch geprüfte Informationen

Facharztgeprüft von Dr. med. Cereceda Coto

Medizinischer Experte: Dr. med. Cereceda Coto ist Facharzt für Nephrologie mit umfangreicher klinischer Erfahrung in der Betreuung von Patienten mit Nieren- und Elektrolytstörungen.

Facharzt für Nephrologie 9+ Jahre klinische Erfahrung Medizinischer Reviewer

Bicarbonat-Wert verstehen: Bedeutung, Normwerte und richtige Einordnung

Der Bicarbonat-Wert ist ein zentraler Laborparameter zur Beurteilung des Säure-Basen-Haushalts im Körper. Viele Menschen stoßen erstmals auf diesen Wert im Rahmen einer Blutuntersuchung und sind verunsichert, wenn er außerhalb des Normbereichs liegt. Begriffe wie „Übersäuerung“ oder „metabolische Azidose“ wirken dabei oft beunruhigend, obwohl Abweichungen des Bicarbonat-Werts viele unterschiedliche Ursachen haben können.

Auf dieser Seite finden Sie eine ausführliche und verständliche Erklärung zum Bicarbonat-Wert: Welche Funktion Bicarbonat im Körper hat, welche Normbereiche gelten, warum der Wert zu niedrig oder zu hoch sein kann und wie Laborergebnisse im Zusammenhang mit anderen Blutwerten sinnvoll eingeordnet werden.


Was ist Bicarbonat?

Bicarbonat ist ein wichtiger Bestandteil des Säure-Basen-Puffersystems im menschlichen Körper. Es hilft dabei, den pH-Wert des Blutes in einem engen, lebenswichtigen Bereich zu halten. Ohne dieses Puffersystem würden bereits kleine Veränderungen im Stoffwechsel zu gefährlichen pH-Verschiebungen führen.

Chemisch gesehen handelt es sich bei Bicarbonat um ein Salz der Kohlensäure. Es entsteht unter anderem im Zusammenhang mit der Atmung und dem Stoffwechsel und wird über die Nieren reguliert.

Der Bicarbonat-Wert im Blut gibt somit Auskunft darüber, wie gut der Körper Säuren ausgleichen kann.


Welche Rolle spielt Bicarbonat im Säure-Basen-Haushalt?

Im Körper entstehen täglich Säuren, beispielsweise durch den normalen Stoffwechsel, körperliche Aktivität oder die Verdauung von eiweißreicher Nahrung. Damit diese Säuren den pH-Wert des Blutes nicht gefährlich absenken, sind Puffermechanismen notwendig.

Bicarbonat ist dabei der wichtigste Blutpuffer. Es bindet überschüssige Säuren und sorgt dafür, dass der pH-Wert des Blutes stabil bleibt. Die Lunge und die Nieren arbeiten dabei eng zusammen: Die Lunge reguliert den Kohlendioxid-Gehalt, während die Nieren den Bicarbonat-Spiegel steuern.


Wie wird der Bicarbonat-Wert gemessen?

Der Bicarbonat-Wert kann im Rahmen einer Blutgasanalyse oder als Teil einer normalen Blutuntersuchung bestimmt werden. Je nach Labor wird er direkt gemessen oder aus anderen Parametern berechnet.

Häufig findet man den Bicarbonat-Wert auch unter der Bezeichnung „HCO₃⁻“ oder „Standardbicarbonat“ im Laborbefund. Die Einheit ist in der Regel mmol/l.

Wichtig ist, dass der Wert immer im Zusammenhang mit weiteren Parametern wie pH-Wert, Kohlendioxid und Elektrolyten betrachtet wird.


Normwerte für Bicarbonat

Als allgemeiner Referenzbereich für Bicarbonat im Blut gelten:

Leichte Abweichungen nach oben oder unten können vorübergehend auftreten und sind nicht automatisch krankhaft. Entscheidend ist, ob der Wert dauerhaft außerhalb des Normbereichs liegt und ob begleitende Symptome oder weitere Laborauffälligkeiten bestehen.


Was bedeutet ein zu niedriger Bicarbonat-Wert?

Ein erniedrigter Bicarbonat-Wert weist darauf hin, dass der Körper vermehrt Säuren puffern muss oder Bicarbonat verloren geht. In der Medizin spricht man in diesem Zusammenhang häufig von einer metabolischen Azidose.

Mögliche Ursachen für einen niedrigen Bicarbonat-Wert sind:

Besonders bei Menschen mit Nierenerkrankungen spielt der Bicarbonat-Wert eine wichtige Rolle, da die Nieren maßgeblich an der Regulation beteiligt sind.


Was bedeutet ein erhöhter Bicarbonat-Wert?

Ein erhöhter Bicarbonat-Wert kann auf eine sogenannte metabolische Alkalose hinweisen. Dabei ist der Säure-Basen-Haushalt in Richtung „Basenüberschuss“ verschoben.

Mögliche Ursachen für erhöhte Bicarbonat-Werte sind unter anderem:

Auch hier gilt: Einzelne Messwerte sollten immer im Zusammenhang mit dem Gesamtbild beurteilt werden.


Zusammenhang zwischen Bicarbonat und Nierenfunktion

Die Nieren spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation des Bicarbonat-Spiegels. Sie sorgen dafür, dass überschüssige Säuren ausgeschieden und ausreichende Mengen an Bicarbonat im Blut bereitgestellt werden.

Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion kann dieser Mechanismus gestört sein, was häufig zu erniedrigten Bicarbonat-Werten führt. Deshalb wird Bicarbonat häufig gemeinsam mit Kreatinin und eGFR beurteilt.


Warum kann der Bicarbonat-Wert schwanken?

Schwankungen des Bicarbonat-Werts sind nicht ungewöhnlich und können verschiedene Gründe haben:

Deshalb ist es sinnvoll, auffällige Werte im Verlauf zu kontrollieren und nicht vorschnell zu interpretieren.


Wann sollte ein auffälliger Bicarbonat-Wert abgeklärt werden?

Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn:

In vielen Fällen reicht eine Verlaufskontrolle aus. Eine frühzeitige Einordnung kann jedoch helfen, mögliche Ursachen gezielt zu erkennen.


Echte Erfahrungen: Bicarbonat-Werte im Forum

Im Forum berichten viele Nutzer über ihre persönlichen Erfahrungen mit bestimmten Bicarbonat-Werten, ärztlichen Einschätzungen und dem weiteren Verlauf.

👉 Alle Bicarbonat-Werte und Forum-Diskussionen ansehen


Wichtiger Hinweis

Die Inhalte auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Laborwerte sollten immer im Zusammenhang mit der individuellen gesundheitlichen Situation interpretiert werden.

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Fachärztliche Prüfung

Dieser Artikel wurde von Dr. med. Cereceda Coto , Facharzt für Nephrologie, medizinisch geprüft.

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