Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.
Ein Phosphatwert von exakt 7 mg/dl (ca. 2,26 mmol/l) liegt deutlich über dem Normalbereich von 2,5–4,5 mg/dl (0,81–1,45 mmol/l) und wird als Hyperphosphatämie klassifiziert. In der Nephrologie ist dies ein häufiges und wichtiges Befund, der eng mit der Nierenfunktion zusammenhängt, da die Niere primär für die Phosphathomöostase verantwortlich ist. Lassen Sie mich das Schritt für Schritt erläutern.
Interpretation des Werts: Phosphat ist ein essenzieller Mineralstoff für Knochen, Energieproduktion (ATP) und Zellfunktionen. Die Regulation erfolgt über Parathormon (PTH), Fibroblast Growth Factor 23 (FGF23) und Vitamin D. Bei Phosphat 7 mg/dl besteht ein Ungleichgewicht, das symptomatisch (Juckreiz, Müdigkeit, Kalzifikationen) oder asymptomatisch sein kann. In Ihrem Fall mit Kreatinin 1,2 mg/dl und eGFR ~70 ml/min deutet das auf eine chronische Nierenerkrankung (CKD) Stadium 2–3 hin, wo die Phosphatausscheidung bereits beeinträchtigt ist.
Ursachen (Ätiologie):
1. Renale Ursachen (häufigste, >80% in Nephro-Praxis): CKD (Diabetes, Hypertonie, Glomerulonephritis), akutes Nierenversagen (prärenal, renal, postrenal).
2. Exogene Zufuhr: Hohe phosphatreiche Ernährung (Käse, Wurst, Cola, Fertigprodukte), Vitamin-D-Intoxikation, Laktulose-Überdosierung.
3. Reduzierte Aufnahme/Shift: Hypoparathyreoidismus, Tumoraler Hypophosphatasie, familiäre Hypophosphatämische Rickets (selten).
4. Artefakte: Hämolyse (selten bei Phosphat), pseudohyperphosphatämisch durch Monoclonalgammopathie.
Differentialdiagnose (DD): Primär nephrogene Hyperphosphatämie vs. extrarenale. Wichtig: Kalzium-Phosphat-Produkt prüfen (
Nächste diagnostische Schritte:
- Labor: Kalzium, PTH (intakt), 25-OH-Vitamin D, 1,25-(OH)2-Vitamin D, Kreatinin/eGFR (CKD-EPI), Harnstoff, Albumin, Urin-Phosphat/Kreatinin-Clearance, 24h-Urin-Phosphat-Exkretion.
- Bildgebung: Nierenultraschall (Größe, Zysten, Obstruktion), ggf. MRT bei Verdacht auf interstitielle Nephritis.
- Weiteres: Anamnese (Medis: Diuretika? ACE-Hemmer?), Ernährungstagebuch, PTHrP bei Tumorverdacht.
Management und Therapie:
1. Konservativ (bei eGFR >20–30):
- Diät: Phosphor
- Phoshatbinder: Nicht-kalziumbasiert bevorzugt: Sevelamer (Renvela®) 800–1600 mg Mahlzeit, Sucroferron oder Lanthancarbonat. Kalziumbasierte (Kalziumacetat) nur bei Hypokalzämie.
- Medikamente: PTH-Suppressiva wie Cinacalcet (bei sekundärem Hyperpara), Vitamin-D-Analoga (Calcitriol) vorsichtig.
2. Dialyse: Bei CKD 5 (eGFR
3. Akut: Hydration, Diuretika bei oligurischem Nierenversagen.
Prognose: Exzellent bei reversiblen Ursachen (z.B. Dehydration, Medikamente) – Normalisierung in Wochen. Bei CKD progressiv abhängig von Stadium: Stadium 3A gute Lebensqualität mit Therapie, Stadium 5 Dialysebedarf. Komplikationen vermeiden: Metastatische Verkalkung, kardiovaskuläre Events (Produkt >70 hochrisikoreich). Regelmäßige Kontrollen (monatlich) essenziell. In meiner Praxis senkt sich Phosphat 7 bei 90% der Patienten auf
Bitte suchen Sie umgehend einen Nephrologen auf – das ersetzt keinen individuellen Rat! Bei Symptomen (Dyspnoe, Arrhythmien) Notaufnahme.
Quellen/Referenzen:
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Medizinisch geprüft: 21. November 2025 von Dr. med. Cereceda Coto
Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier: