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Phosphatwert 5,5 – zu hoch, Tipps gegen das?

Veröffentlicht in: Bluttestergebnisse 5234 Aufrufe • 6 Antworten • Letzte Antwort 03. Januar 2026 von HopfenUndMalz
UniqueUsername123 Neues Mitglied 19:34
Hallo zusammen, ich bin total panisch! 😱 Heute kam mein Blutbild zurück und mein Phosphat ist genau 5,5 mg/dl!! Normal ist doch unter 4,5 oder so, oder? Was bedeutet das bloß? Ich hab solche Angst, dass meine Nieren kaputt sind! 🙏 Hab letztens Hausarzt gehabt wegen Müdigkeit und leichten Kopfschmerzen, er hat Blut abnehmen lassen. Kreatinin war 1,1, e GFR so um 70, Kalzium normal. Aber Phosphat 5,5!!!! Das kann doch nicht gut sein! Hab gegoogelt und alles schreit nach Nierenversagen oder Krebs oder so 😭 Hilfeeeee, was soll ich tun? Ist das lebensgefährlich? Phosphat 5,5 genau, das steht schwarz auf weiß da! Ich esse sonst gesund, viel Gemüse, aber vielleicht zu viel Käse? Bin 42, Raucher, Übergewicht. Jemand der das auch hatte? Bitte antwortet!! Phosphat 5,5 macht mich verrückt. Hab schon Tabletten gegen Angst genommen. Morgen rufe ich den Arzt an, aber bis dahin flippe ich aus. 😢🙏
KidneyWorried88 Forum-Veteran 09:15
> Hallo zusammen, ich bin total panisch! 😱 Heute kam mein Blutbild zurück und mein Phosphat ist genau 5,5 mg/dl!! Oh je @UniqueUsername123, du bist nicht allein! ❤️ Hab das auch durchgemacht. Bei mir war Phosphat auch genau 5,5 vor 2 Jahren. War CKD Stadium 3, aber mit Diät und Binder runtergekommen. Keine Panik, geh zum Nephrologen! Alles wird gut.
PhosphatPanik Neues Mitglied 14:47
Bei mir war es genau 5,5 auch! Nach einer Infektion, Nierenwerte leicht erhöht. Arzt hat Phosphatbinder verschrieben und phosphatarme Diät. Nach 3 Monaten wieder normal. Trink viel Wasser und iss weniger Milchprodukte. Wird schon! LG Max
Dr. med. Cereceda Coto Facharzt Innere Medizin & Nephrologie • 22+ Jahre Erfahrung Verifizierter Arzt ✓ Verifiziert
BESTE ANTWORT
11:22

Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.

Vielen Dank für Ihre offene Schilderung, @UniqueUsername123. Ein Phosphatwert von genau 5,5 mg/dl (entspricht etwa 1,78 mmol/l) liegt deutlich über dem Referenzbereich für Erwachsene, der typischerweise bei 2,5–4,5 mg/dl (0,81–1,45 mmol/l) liegt. Dies wird als Hyperphosphatämie bezeichnet und ist in der Nephrologie ein häufiges und wichtiges Signal, das eine gezielte Abklärung erfordert. Lassen Sie mich Ihnen das Schritt für Schritt erklären, basierend auf evidenzbasierten nephrologischen Leitlinien.

1. Interpretation des Werts: Phosphat ist ein essenzieller Mineralstoff, der zu 85 % in den Knochen gespeichert wird und für Energieproduktion (ATP), Zellmembranen und Signalwege unerlässlich ist. Die Nieren regulieren den Phosphatspiegel primär durch glomeruläre Filtration, tubuläre Reabsorption und Exkretion, moduliert durch Parathormon (PTH), Fibroblast Growth Factor 23 (FGF23) und Vitamin D. Ein Wert von 5,5 mg/dl deutet auf eine Störung dieses Gleichgewichts hin, oft mit verminderter renaler Clearance. In Ihrem Fall mit eGFR ~70 ml/min (CKD-EPI) könnte eine frühe chronische Nierenerkrankung (CKD Stadium 2–3a) vorliegen, aber isolierte Hyperphosphatämie kann auch vorübergehend sein.

2. Häufigste Ursachen in nephrologischer Sicht:

  • Reduzierte renale Exkretion: Chronische Nierenerkrankung (CKD, z. B. durch Diabetes, Hypertonie, Glomerulonephritis), akutes Nierenversagen (AKI, prärenal, renal, postrenal).
  • Erhöhte Phosphat-Zufuhr/Shift: Phosphatreiche Ernährung (Käse, Nüsse, Cola), Tumorlyse-Syndrom, Rhabdomyolyse, hämolytische Anämie – nephrologisch relevant bei AKI-Induktion.
  • Hormonelle Dysregulation: Hypoparathyreoidismus (niedriges PTH → verminderte Phosphaturie), Tumor-assoziierte Hyperphosphatämie (FGF23-Mangel), Vitamin-D-Überdosierung.
  • Seltene nephrologische Formen: Familiäre Tumoral-Kalknose, Fanconi-Syndrom (aber meist Hypophosphatämie), Medikamente (z. B. Bikarbonat, Acetazolamid).

3. Differentialdiagnostik (DD): Wichtig: Pseudohyperphosphatämie ausschließen (Hämolyse, Hyperbilirubinämie, Monoclonalgammopathie, paraproteininduziert). Symptome wie Müdigkeit, Juckreiz, Knochen-/Gelenkschmerzen, Kalzium-Phosphat-Präzipitation (Metastatische Verkalkung) deuten auf CKD-MCKD hin. Kombinieren Sie mit Kalzium (Hypo-/Hypercalcämie?), PTH (sekundärer Hyperparathyreoidismus bei CKD), 25-OH-Vitamin D, Kreatinin/Cystatin C, Urin-Phosphat/Kreatinin-Clearance-Ratio (TRP

4. Nächste Schritte – dringend empfohlen:

  1. Erweiterte Laborabklärung: Serum: Kalzium, ionisiertes Ca, PTH (intakt), FGF23 (falls verfügbar), 1,25-OH-Vit D, Alk-Phosphatase, Harnsäure, Vollblutbild (Hämolyse?). Urin: 24-h-Phosphat-Exkretion, Albuminurie (ACR), Proteinurie.
  2. Bildgebung: Nieren-Ultraschall (Parenchymdicke, Hydronephrose), ggf. CT/MRT bei Verdacht auf Obstruktion.
  3. Fachärztliche Vorstellung: Unverzüglich Nephrologen! Ich rate von Selbstmedikation ab.
  4. Anamnese: Medikamente (Diuretika, Antazida?), Ernährung, Komorbiditäten (Diabetes, HTN).

5. Management und Therapie: Ursachenorientiert!

  • Diät: Phosphatarm
  • Phoshatbinder: Bei CKD 3–5: Calciumacetat/Carbonat (Vorsicht Hypercalcämie), Non-Ca-Binder (Sevelamer, Lanthancarbonat, Sucroferron). Dosis: 1–3x tgl. zu Mahlzeiten.
  • Medikamentös: PTH-Analoga (Etelcalcetid bei Hyperparathyreoidismus), Vitamin-D-Analoga (Calcitriol) bei sekundärem Hyperpara.
  • Renalersatz: Dialyse bei CKD 5 oder AKI mit Hyperphosphatämie >6,5 mg/dl.
  • Monitoring: Wöchentliche Kontrollen bis Normalisierung.

6. Prognose: Sehr gut bei reversiblen Ursachen (AKI, Diätfehler): Oft Normalisierung in Wochen. Bei CKD progressiv: Abhängig von Stadium – bei eGFR >60 ml/min langsam progredient, mit Therapie Verlangsamung um 30–50 %. Komplikationen vermeiden: Kardiovaskuläre Verkalkung, Frakturen. Langfristig: Blutdruck-/Diabeteskontrolle, Rauchstopp, Gewichtsreduktion.

Bitte holen Sie sich professionellen Rat – Foren ersetzen keine Untersuchung! Bei Symptomen (Ödeme, Dyspnoe) sofort Notaufnahme.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie

Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie

NierenFreundin Forum-Veteran 16:05
Danke @Dr_CerecedaCoto_MD für die super Erklärung! > Ein Phosphatwert von genau 5,5 mg/dl... Hab mir das ausgedruckt. @UniqueUsername123, ich hatte auch 5,5 bei CKD 3, jetzt bei 3,8 dank Binder. Liebe Grüße, Steffi ❤️
UniqueUsername123 Neues Mitglied 20:41
UPDATE: Bin beim Nephrologen gewesen! Phosphat immer noch genau 5,5, aber PTH erhöht, CKD 3a diagnostiziert. Binder bekommen und Diätplan. Danke allen, besonders Dr. med. Cereceda Coto! 😊 Wird besser.
HopfenUndMalz Neues Mitglied 13:27
> Bei mir war es genau 5,5 auch! Nach einer Infektion... Hatte das selbe, jetzt top. Super Thread! LG

Medizinisch geprüft: 3. Januar 2026 von Dr. med. Cereceda Coto

Medizinischer Hintergrund

Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier:

Phosphat-Wert – medizinischer Überblick