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Natrium bei 145 – grenzwertig hoch, normal oder handeln?

Veröffentlicht in: Bluttestergebnisse 4523 Aufrufe • 7 Antworten • Letzte Antwort 25. Juli 2025 von NephroHilfe88
UniqueUsername123 Neues Mitglied 19:34
Hallo zusammen, ich bin total panisch! Habe gerade meinen Bluttest bekommen und da steht Natrium = 145 mmol/l genau! Das ist doch die Obergrenze oder schon zu hoch?? Ich hab solche Angst, was bedeutet das bloß? Trinke ich zu wenig? Oder ist das ein Zeichen für Nierenprobleme? 🙏😭 Habe in letzter Zeit viel Sport gemacht, schwitze total und vielleicht nicht genug getrunken. Aber Natrium 145, das klingt so alarmierend! Mein Hausarzt hat gesagt, es ist grenzwertig, aber ich google und lese von Hypernatriämie und Dehydration und Diabetes insipidus - Hilfeeeee! Ist Natrium 145 gefährlich? Bei mir ist alles andere normal, Kreatinin 0,8, Kalium ok, aber dieser Natrium 145 macht mich verrückt. Habe ich chronische Nierenschäden? Trinke jetzt 3 Liter am Tag, aber was wenns schlimmer wird? Erzählt mal, wer hat Natrium 145 gehabt und was war los? Bin 42, weiblich, keine Medis. Bitte helft mir, ich kann nicht schlafen vor Sorge! 😢 Natrium 145 - was tun??
GesundFan89 Forum-Veteran 08:15
> Natrium = 145 mmol/l genau!
Hey @UniqueUsername123, bei mir war es genau 145 auch! Nach nem Marathon, total dehydriert. Habe viel getrunken und es war weg. Nicht paniken, aber zum Arzt gehen. Trink ausreichend!
HerzUndNieren42 Aktives Mitglied 14:22
Du bist nicht allein @UniqueUsername123 ❤️ Hab das auch durchgemacht, Natrium 145 nach Grippe und wenig Trinken. Fühlte mich schlapp, aber mit Flüssigkeit normalisiert. Drück die Daumen!
BlutwertWorry Neues Mitglied 21:47
> Trinke jetzt 3 Liter am Tag
Gut so! Aber lass osmotische Lücken checken, könnte renal sein. Warte auf Doc.
Dr. med. Martinez Fernandez Fachärztin Innere Medizin & Nephrologie • 9+ Jahre Erfahrung Verifizierter Arzt ✓ Verifiziert
BESTE ANTWORT
11:30

Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Martinez Fernandez, Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie mit über 9 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.

Zunächst einmal: Ein Serum-Natriumwert von exakt 145 mmol/L liegt am oberen Rand des physiologischen Normalbereichs (typischerweise 135–145 mmol/L). Dies ist kein akuter Notfall, aber es rechtfertigt eine genaue Abklärung, insbesondere im nephrologischen Kontext. Natriumspiegel spiegeln das Gleichgewicht von Wasser und Natrium im Körper wider und werden primär von den Nieren reguliert. Ein Wert von 145 mmol/L deutet häufig auf eine leichte Hypernatriämie hin, die durch Wasserdefizit (hypovolämische Hypernatriämie) oder seltener durch Natriumüberschuss entsteht.

Ursachen (Differentialdiagnose):

  • Exogene Faktoren: Dehydration durch unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, vermehrten Verlust (z. B. Schwitzen bei Sport, Fieber, Durchfall) oder inadäquate Flüssigkeitszufuhr (z. B. bei älteren Patienten). Bei Ihnen genanntem Sport passt das perfekt.
  • Renale Ursachen: Nephrogene Diabetes insipidus (z. B. durch Lithium, Hyperkalzämie oder idiopathisch), zentrale Diabetes insipidus (Hypophysenschaden) oder osmotische Diurese (z. B. Glukosurie bei unkontrolliertem Diabetes mellitus). Postobstruktive Niereninsuffizienz kann ähnlich wirken.
  • Endokrine: Primärer Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom), Cushing-Syndrom oder Hypothyreose (selten).
  • Iatrogen: Natriumreiche Infusionen, Diuretika (Schleifendiuretika) oder Medikamente wie SGLT2-Inhibitoren.
  • Seltene: Essentielle Hypernatriämie oder Reset-Osmostat-Syndrom.

Interpretation: Bei 145 mmol/L ist die Serum-Osmolalität entscheidend (Normal: 275–295 mOsm/kg). Berechnete Osmolalität = 2 × Na + Glukose/18 + Harnstoff/2,8. Wenn >295 mOsm/kg, liegt Hypertonizität vor. Klinische Symptome: Durst, Polyurie, Verwirrtheit (bei höheren Werten). Nierenfunktion prüfen: Kreatinin-Clearance, eGFR, Urin-Osmolalität (bei DI:

Nächste Schritte (Diagnostik):

  1. Anamnese: Flüssigkeitsbilanz, Gewichtsverlauf, Medikamente, Symptome (Polyurie >3L/Tag? Nocturie?).
  2. Labor: Wiederholtes Natrium, Osmolalität (Serum/Urin), Harn-Natrium (
  3. Funktionstests: Wasserentzugstest (bei Verdacht auf DI: Urin-Osmolalität steigt nicht), Desmopressin-Test (zur Differenzierung zentrale vs. nephrogene DI).
  4. Bildgebung: Nieren-Ultraschall (zur Hydratation, Obstruktion), MRT Hypophyse bei DI-Verdacht.
  5. Weiteres: ACTH-Stimulationstest bei endokrinen Ursachen.

Management:

  • Akut: Langsame Korrektur! Maximal 0,5–1 mmol/L/Stunde, um zerebrales Ödem zu vermeiden. Hypotone Lösungen (0,45% NaCl oder 5% Glukose) bei hypovolämischer Hypernatriämie. Flüssigkeitsdefizit = TBW × (Na/140 – 1), TBW = 0,6 × Gewicht (Männer), 0,5 × (Frauen).
  • Chronisch: Ursachenbehandlung: z. B. Desmopressin bei zentraler DI, Thiazide + Amilorid bei nephrogener DI. Flüssigkeitsmanagement, Ernährung (niedrignatriumarm bei Überschuss).
  • Bei Ihnen: Zuerst Dehydration ausschließen – wiegen Sie sich täglich, trinken Sie 2–3L hypotone Flüssigkeit/Tag.

Prognose: Exzellent bei exogener Dehydration (Normalisierung in 24–48h). Schlechter bei chronischer DI oder Nierenversagen (Rezidivrisiko hoch). Regelmäßige Kontrollen empfohlen. Keine Panik – 145 ist häufig benign!

Konsultieren Sie umgehend einen Nephrologen für personalisierte Abklärung.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Martinez Fernandez
Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie

Dr. med. Martinez Fernandez
Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie

UpdateUser2025 Aktives Mitglied 16:05
UPDATE: Neuer Test: Natrium jetzt 142! Danke Dr. med. Martinez Fernandez für die tolle Erklärung. Trinke mehr, fühle mich besser. @UniqueUsername123
NephroHilfe88 Forum-Veteran 10:12
> Ein Serum-Natriumwert von exakt 145 mmol/L liegt am oberen Rand
Super Post vom Doc! Hab ähnlich gehabt, war Dehydration.
RenalRelief Neues Mitglied 09:55
Danke für alle Tipps. Mein Natrium war auch 145 nach OP, jetzt ok.

Medizinisch geprüft: 25. Juli 2025 von Dr. med. Martinez Fernandez

Medizinischer Hintergrund

Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier:

Natrium-Wert – medizinischer Überblick