Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.
Zunächst einmal: Ein Kreatininwert von genau 3,44 mg/dl (oder 344 µmol/l) ist ein klarer Hinweis auf eine signifikante Beeinträchtigung der Nierenfunktion. Der normale Bereich liegt bei Frauen etwa bei 0,5–1,1 mg/dl und bei Männern bei 0,7–1,3 mg/dl. Dieser Wert korrespondiert mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) nach CKD-EPI-Formel typischerweise im Bereich von 15–25 ml/min/1,73 m², abhängig von Alter, Geschlecht, Körpergewicht und Ethnie – also CKD-Stadium G4 (schwere chronische Nierenerkrankung) oder eine akute Verschlechterung.
Interpretation und Differentialdiagnostik (DD): Kreatinin 3,44 kann prärenal (z. B. Hypovolämie durch Dehydration, Herzinsuffizienz), renal (akute tubuläre Nekrose, Glomerulonephritis, interstitielle Nephritis, diabetische Nephropathie) oder postrenal (Harnabflussstörung durch Harnleiterstein, Prostatahyperplasie) bedingt sein. Häufigste Ursachen bei ambulanten Patienten: Chronische Niereninsuffizienz durch Hypertonie (40–50 % der Fälle), Diabetes mellitus (30 %), NSAID-Nephrotoxizität (wie Ibuprofen) oder Kontrastmittel. Seltener: Vaskulitis, Amyloidose oder multiple Myelome. Symptome wie Müdigkeit, Ödeme und Oligurie passen dazu.
Nächste diagnostische Schritte:
Therapeutisches Management: Sofortmaßnahmen: Flüssigkeitsgabe bei Dehydration (1–2 l/Tag, aber vorsichtig bei Ödemen), NSAIDs absetzen, Blutdruck senken (
Prognose: Stark abhängig von Ätiologie und Komorbiditäten. Bei reversibler AKI (z. B. Dehydration) oft vollständige Erholung innerhalb Wochen. Bei CKD G4: Progressionsrisiko 5–10 ml/min/Jahr ohne Therapie; mit RAAS-Blockade/SGLT2i Verlangsamung um 30–50 %. 5-Jahres-Überleben ca. 50–70 %, sinkt bei Dialysebedarf. Frühe Intervention verbessert Outcome massiv – viele Patienten leben jahrelang stabil.
Empfehlung: Dringend nephrologisch vorstellen lassen! Bis dahin: Viel trinken (falls kein Ödem), keine NSAIDs, BP messen. Das ist behandelbar!
Quellen/Referenzen:
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
UPDATE: Danke Dr. med. Cereceda Coto! 🙏 Habe Ultraschall gemacht, keine Obstruktion. Kreatinin immer noch 3,44, aber Nephrologe sagt chronisch durch Bluthochdruck. Starte Ramipril und Diät. Fühle mich besser informiert!
Medizinisch geprüft: 1. August 2025 von Dr. med. Cereceda Coto
Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier: