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Kalium 7 viel zu hoch – dringend, was tun jetzt? 😱

Veröffentlicht in: Bluttestergebnisse 5234 Aufrufe • 7 Antworten • Letzte Antwort 29. August 2025 von NierenAlarm
UniqueUsername123 Neues Mitglied 19:34
Hallo zusammen, ich bin total panisch! 😭 Hab gerade meine Blutergebnisse vom Hausarzt gekricht und da steht Kalium 7,0 mmol/l! Kalium = 7 genau, das kann doch nich war sein oder? Ich nehm schon länger Blutdrucksenker und hab leichte Nierenprobleme, aber Kalium 7?? Was bedeutet das bloß? Hab gegoogelt und überall steht was von Herzrasen, Lähmungen und Tod! 😱 Hilfeeeee, ich hab solche Angst, dass ich gleich zusammenklappe. Kalium 7 ist doch lebensgefährlich, oder? Symptome hab ich nich richtig, nur bisschen Müdigkeit und Muskelkrämpfe in den Beinen. Was soll ich tun? Notarzt rufen? Morgen ist Wochenende, Arzt krieg ich nich... 🙏🙏 Bitte sagt mir, dass das nich so schlimm ist! Wer hat das auch gehabt? Kalium 7, ich flippe aus! Hatte Kreatinin auch erhöht auf 1,8, Nierenwert schlecht. Bin 52, Raucher, Übergewicht. Hilfe, Leute!!!
HerzUndNieren42 Forum-Veteran 09:15
Oh @UniqueUsername123, du bist nicht allein! 😔 Hab das auch durchgemacht letztes Jahr, Kalium hoch und Panik pur. Atme tief durch, geh sofort zum Arzt oder Notaufnahme. Ist behandelbar, aber nicht ignorieren. Alles Gute ❤️
KaliumKrieg Aktives Mitglied 14:22
> Kalium 7,0 mmol/l!
Bei mir war es genau 7 auch! Nach ACE-Hemmer und schlechter Nierenfunktion. Wurde mit Infusionen und Tabletten gesenkt, jetzt bei 4,5. Mach sofort EKG! War bei Nephrologen, hat geholfen.
BlutwertFan Neues Mitglied 11:47
@UniqueUsername123 Hör auf HerzUndNieren42, das ist ernst! Kalium 7 kann Herzrhythmus stören. Ich hatte 6,2 durch Diuretika, musste Medis umstellen. Geh hin!
Dr. med. Cereceda Coto Facharzt Innere Medizin & Nephrologie • 22+ Jahre Erfahrung Verifizierter Arzt ✓ Verifiziert
BESTE ANTWORT
14:30

Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.

Zunächst einmal: Ein Kaliumwert von exakt 7,0 mmol/l (Normalbereich: 3,5–5,0 mmol/l) stellt eine schwere Hyperkaliämie dar, die als potenziell lebensbedrohlich einzustufen ist. Besonders im nephrologischen Kontext, wie Sie es beschreiben (erhöhtes Kreatinin bei 1,8 mg/dl), deutet das häufig auf eine Nierenbeteiligung hin. Lassen Sie mich das Schritt für Schritt erläutern.

Interpretation des Werts: Kalium 7,0 mmol/l liegt im kritischen Bereich (>6,5 mmol/l). Es kann zu EKG-Veränderungen (z. B. spitze T-Wellen, P-Wellen-Absenkung, AV-Block, ventrikuläre Arrhythmien bis hin zu Kammerflimmern) führen. Symptome wie Muskelschwäche, Parese, Übelkeit oder Herzrhythmusstörungen sind möglich, treten aber nicht immer sofort auf. Bei Ihnen mit Müdigkeit und Krämpfen passt das klinisch.

Ursachen (Differentialdiagnose, DD): Primär nephrogen:
- Chronische Nierenerkrankung (CKD): Stadium 3–5 (GFR - Akutkidney Injury (AKI): Prärenal (Hypovolämie, NSAR), renal (Glomerulonephritis, Interstitielle Nephritis), postrenal (Obstruktion).
- Medikamenteninduziert: ACE-Hemmer/ARBs (z. B. Ramipril, Losartan), Kaliumsparende Diuretika (Spironolacton), Betablocker, Kaliumsubstitution, NSAR/COX-2-Hemmer.
Andere: Hypoaldosteronismus (Addison, Hyporeninämie), Gewebszerfall (Rhabdomyolyse, Hämolyse), Azidose. Pseudohyperkaliämie (Thrombopenie, Hämolyse im Probe) ausschließen durch Wiederholung.

Nächste Schritte (Diagnostik):
1. Sofort: Laborwiederholung (Kalium, Natrium, Kreatinin, Harnstoff, GFR-Schätzung eGFR, Blutgasanalyse pH/ Bikarbonat, EKG 12-Kanal).
2. Klinik: Volle Anamnese (Medis, Diarrhö, Dehydration?), Urinstatus (Kaliumausscheidung), Ultraschall Nieren.
3. Bei Symptomen/EKG-Störungen: Notaufnahme!

Management (Therapie):
Akutstabilisierung (innerhalb Minuten/Stunden):
- Membranstabilisierung: Kalziumgluconat 10–20 ml i.v. (10% Lösung) bei EKG-Veränderungen (wiederholen bis Normalisierung).
- Intrazellulärer Shift: Insulin + Glukose (10 E Insulin + 50 ml 50% Glukose i.v., Glukose monitoren), Salbutamol-Inhalation (10–20 mg nebulisiert). Natriumbikarbonat bei Azidose (pH Ausscheidung fördern:
- Schleifendiuretika (Furosemid 40–80 mg i.v.) bei ausreichender Nierenfunktion.
- Kaliumbinder: Kaliumzirconiumcyclosilikat (Lokelma) oder Natriumzirconiumcyclosilikat, Patiromer oral.
- Hämodialyse: Indikation bei K >6,5 refraktär, AKI/CKD mit Oligurie (Anurie), EKG-Arrythmien, Symptomen. Effektivster Weg, senkt K um 1–1,5 mmol/l pro Stunde.
Kausale Therapie: Medikamentenabbruch, Volumengabe, Ursachenbehandlung (z. B. SGLT2-Inhibitoren bei CKD langfristig).

Prognose: Abhängig von Ursache und Schnelligkeit. Bei promptem Eingreifen (z. B. Dialyse) exzellent, Mortalität

Bitte: Gehen Sie umgehend in die Notaufnahme oder zu einem Nephrologen! Das Forum ersetzt keinen Arztbesuch. Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie

UniqueUsername123 Neues Mitglied 16:20
UPDATE: Danke Dr. med. Cereceda Coto!!! 🙏 Bin gestern in die Klinik, Kalium jetzt 5,2 nach Infusion. EKG ok, Nephrolge macht Ultraschall. Hab ACE-Hemmer abgesetzt. Puh!
DialyseBuddy Forum-Veteran 20:45
> Ein Kaliumwert von exakt 7,0 mmol/l
Super Erklärung vom Doc! @UniqueUsername123 Freut mich für dein Update. Ich hatte CKD und Dialyse wegen Kalium 7,2. Jetzt stabil mit Diät.
NierenAlarm Aktives Mitglied 13:10
Toller Thread! Dr. med. Cereceda Coto hat's auf den Punkt gebracht. Passt auf eure Nieren auf, Leute.

Medizinisch geprüft: 29. August 2025 von Dr. med. Cereceda Coto

Medizinischer Hintergrund

Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier:

Kalium-Wert – medizinischer Überblick