Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.
Zunächst einmal: Ein Kaliumwert von exakt 7,0 mmol/l (Normalbereich: 3,5–5,0 mmol/l) stellt eine schwere Hyperkaliämie dar, die als potenziell lebensbedrohlich einzustufen ist. Besonders im nephrologischen Kontext, wie Sie es beschreiben (erhöhtes Kreatinin bei 1,8 mg/dl), deutet das häufig auf eine Nierenbeteiligung hin. Lassen Sie mich das Schritt für Schritt erläutern.
Interpretation des Werts: Kalium 7,0 mmol/l liegt im kritischen Bereich (>6,5 mmol/l). Es kann zu EKG-Veränderungen (z. B. spitze T-Wellen, P-Wellen-Absenkung, AV-Block, ventrikuläre Arrhythmien bis hin zu Kammerflimmern) führen. Symptome wie Muskelschwäche, Parese, Übelkeit oder Herzrhythmusstörungen sind möglich, treten aber nicht immer sofort auf. Bei Ihnen mit Müdigkeit und Krämpfen passt das klinisch.
Ursachen (Differentialdiagnose, DD): Primär nephrogen:
- Chronische Nierenerkrankung (CKD): Stadium 3–5 (GFR
- Akutkidney Injury (AKI): Prärenal (Hypovolämie, NSAR), renal (Glomerulonephritis, Interstitielle Nephritis), postrenal (Obstruktion).
- Medikamenteninduziert: ACE-Hemmer/ARBs (z. B. Ramipril, Losartan), Kaliumsparende Diuretika (Spironolacton), Betablocker, Kaliumsubstitution, NSAR/COX-2-Hemmer.
Andere: Hypoaldosteronismus (Addison, Hyporeninämie), Gewebszerfall (Rhabdomyolyse, Hämolyse), Azidose. Pseudohyperkaliämie (Thrombopenie, Hämolyse im Probe) ausschließen durch Wiederholung.
Nächste Schritte (Diagnostik):
1. Sofort: Laborwiederholung (Kalium, Natrium, Kreatinin, Harnstoff, GFR-Schätzung eGFR, Blutgasanalyse pH/ Bikarbonat, EKG 12-Kanal).
2. Klinik: Volle Anamnese (Medis, Diarrhö, Dehydration?), Urinstatus (Kaliumausscheidung), Ultraschall Nieren.
3. Bei Symptomen/EKG-Störungen: Notaufnahme!
Management (Therapie):
Akutstabilisierung (innerhalb Minuten/Stunden):
- Membranstabilisierung: Kalziumgluconat 10–20 ml i.v. (10% Lösung) bei EKG-Veränderungen (wiederholen bis Normalisierung).
- Intrazellulärer Shift: Insulin + Glukose (10 E Insulin + 50 ml 50% Glukose i.v., Glukose monitoren), Salbutamol-Inhalation (10–20 mg nebulisiert). Natriumbikarbonat bei Azidose (pH
Ausscheidung fördern:
- Schleifendiuretika (Furosemid 40–80 mg i.v.) bei ausreichender Nierenfunktion.
- Kaliumbinder: Kaliumzirconiumcyclosilikat (Lokelma) oder Natriumzirconiumcyclosilikat, Patiromer oral.
- Hämodialyse: Indikation bei K >6,5 refraktär, AKI/CKD mit Oligurie (Anurie), EKG-Arrythmien, Symptomen. Effektivster Weg, senkt K um 1–1,5 mmol/l pro Stunde.
Kausale Therapie: Medikamentenabbruch, Volumengabe, Ursachenbehandlung (z. B. SGLT2-Inhibitoren bei CKD langfristig).
Prognose: Abhängig von Ursache und Schnelligkeit. Bei promptem Eingreifen (z. B. Dialyse) exzellent, Mortalität
Bitte: Gehen Sie umgehend in die Notaufnahme oder zu einem Nephrologen! Das Forum ersetzt keinen Arztbesuch. Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.
Quellen/Referenzen:
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Medizinisch geprüft: 29. August 2025 von Dr. med. Cereceda Coto
Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier: