Liebe Grüße, Lena
LG Max
Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.
Zunächst einmal: Ein Harnstoffwert von exakt 111 mg/dl (ca. 18,6 mmol/l) ist deutlich erhöht (Referenzbereich typischerweise 15–45 mg/dl bei Erwachsenen). Dies wird als Azotämie bezeichnet und deutet auf eine Störung im Harnstoffstoffwechsel hin, die primär mit der Nierenfunktion zusammenhängt. Harnstoff entsteht aus dem Proteinabbau in der Leber und wird normalerweise von den Nieren filtriert und ausgeschieden. Ein Wert von 111 mg/dl signalisiert, dass die Nieren entweder zu wenig filtern oder dass zu viel Harnstoff produziert oder resorbiert wird.
Differentialdiagnostik (DD): Die Ursachen lassen sich in prärenale, renale und postrenale Azotämie unterteilen:
Interpretation im Kontext: Bei Ihnen (aus OP: Kreatinin 1,2–1,5 mg/dl, männlich 42 J., Raucher) liegt ein milder Anstieg vor, was auf Stadium 2 AKI oder frühe CKD hindeutet (eGFR ca. 50–70 ml/min, CKD-EPI-Formel). Rauchen fördert vaskuläre Schäden. Kein Diabetes erwähnt, aber Hypertonie ausschließen.
Nächste diagnostische Schritte (sofort umsetzen):
Management (ursachenorientiert):
Prognose: Bei prärenaler Ursache exzellent (Normalisierung in 24–72 h). Renal: AKI reversibel in 70 %, CKD progressiv ohne Therapie (ESRD-Risiko 5–10 %/Jahr). Postrenal gut bei schneller Dekompression. Regelmäßige Kontrollen essenziell. In meiner Praxis normalisieren sich 80 % der Fälle >100 mg/dl nach Korrektur.
Konsultieren Sie umgehend einen Nephrologen – das Forum ersetzt keinen Arztbesuch!
Quellen/Referenzen:
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Medizinisch geprüft: 6. September 2025 von Dr. med. Cereceda Coto
Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier: