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Harnsäure 14,4 – Gicht-Alarm! Was tun dagegen?

Veröffentlicht in: Bluttestergebnisse 5123 Aufrufe • 7 Antworten • Letzte Antwort 06. September 2025 von Dr_CerecedaCoto_MD
HarnsaeurePanik25 Neues Mitglied 20:45
Hallo Leute, ich bin total am Ende! 😭 Hab gerade meine Blutwerte gekriegt und da steht Harnsäure 14,4 mg/dl!!! Normal ist das doch so um die 5 oder? Was ist das bitte? Harnsäure 14,4 genau, das kann doch nicht stimmen! 🙏 Ich hab keine Ahnung, was das bedeutet, hab gegoogelt und alles nur Schlimmes gelesen: Nierenversagen, Gicht, Krebs oder so? Ich hab solche Angst, Herzrasen die ganze Zeit! Habe leichte Schmerzen im großen Zeh, aber sonst nichts. Trinke viel, esse normal, aber vielleicht zu viel Fleisch? Harnsäure 14,4 – Hilfeeeee, was soll ich tun? Zum Arzt? Welcher? Nephrologe? Ich flippe aus! 😱 Habe auch Kreatinin 1,1, alles andere ok. Aber diese 14,4 macht mich fertig. Bitte sagt mir, dass das nicht das Ende ist! Wer hatte das auch? Erzählt! 🙏😭 Bin 42, männlich, übergewichtig bisschen. Harnsäure 14,4 mg/dl – panisch warte ich auf Antworten!
GichtKampferin Forum-Veteran 09:12
@HarnsaeurePanik25 Hey, du bist nicht allein! ❤️ Hab das auch durchgemacht, total Panik gehabt. Atme tief durch, es ist behandelbar. Viel trinken und zum Arzt!
UratSteinSofort Aktives Mitglied 14:30
> Harnsäure 14,4 mg/dl
Bei mir war es genau 14,4 auch! Hatte akute Gichtattacke und Nierensteine. Allopurinol verschrieben, jetzt bei 5,5. Geh zum Nephrologen!
BlutwertFan1980 Neues Mitglied 11:05
Hast du Symptome wie Gelenkschmerzen? Bei 14,4 ist das hyperurikämisch schwergradig. Viel Wasser trinken, purinarme Diät. Warte auf Doc-Hier.
Dr. med. Cereceda Coto Facharzt Innere Medizin & Nephrologie • 22+ Jahre Erfahrung Verifizierter Arzt ✓ Verifiziert
BESTE ANTWORT
16:20

Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.

Zunächst einmal: Ein Harnsäurewert von exakt 14,4 mg/dl (ca. 856 µmol/l) ist eine schwere Hyperurikämie. Normwerte liegen bei Männern bei 3,4–7,0 mg/dl und bei Frauen bei 2,4–6,0 mg/dl. Dieser Wert signalisiert ein hohes Risiko für Komplikationen wie Gichtarthritis, Uratnephrolithiasis oder sogar akute uratinduzierte Nephropathie, insbesondere bei begleitender Dehydration oder Nierenfunktionseinschränkung.

Ursachen der Hyperurikämie: Sie klassifiziert sich in überproduzierende (ca. 10–20 %) und hypoexkretierende Formen (ca. 80–90 %). Häufige Auslöser:

  • Erhöhte Produktion: Purinreiche Ernährung (Fleisch, Innereien, Meeresfrüchte, Bier), Alkohol (besonders Bier durch Guanosin), endogene Überproduktion (Lesch-Nyhan-Syndrom, PSNS-Mutationen), Tumorlyse-Syndrom, Hämatolyse, Psoriasis.
  • Reduzierte Exkretion: Chronische Nierenerkrankung (CKD Stadium 3–5), diuretika-induziert (Thiazide, Schleifendiuretika), Laktatazidose, Ketoazidose, Dehydration, Bleivergiftung.
  • Kombinierte Formen: Häufig bei Adipositas, metabolischem Syndrom, Hypertonie.

Differentialdiagnose (DD):

  • Akut: Tumorlyse, rabdomyolysis, schwere Infektion.
  • Chronisch: Primäre (idiopathisch, familiär) vs. sekundäre Hyperurikämie (CKD, Medikamente wie Aspirin low-dose, Cyclosporin).
  • Ausschließen: Pseudohyperurikämie (Leukozytose > 1 Mio./µl), Lab-Fehler (wiederholen nüchtern).

Interpretation im nephrologischen Kontext: Bei Kreatinin 1,1 mg/dl (vermutlich normale GFR >90 ml/min) liegt primär eine Exkretionsstörung vor. 24-h-Urikosurie entscheidet: >800 mg/Tag = Überproduktion;

Nächste Schritte:

  1. Sofort: Nephrologen-Hausarzt-Termin (innerhalb 1–2 Wochen), nüchterner Labor-Kontrolle (Harnsäure, Kreatinin, Harnstoff, Elektrolyte, Urinstatus, 24-h-Urikosurie).
  2. Bildgebung: Nierenultraschall (Steine? Hydronephrose?), ggf. CT bei Verdacht auf Uratsteine.
  3. Symptome abklären: Gelenkschwellung? Koliken? Oligurie?

Management:

  • Konservativ (1. Linie): Hydration 3–4 l/Tag (Alkalinisierung Urin pH>6,5 mit Natriumbicarbonat/Zitrat), purinarme Diät (
  • Pharmakologisch: Akut: NSAID/Colchicin/Glucocorticoide bei Gichtattacke. Chronisch: Bei asymptomatischer Hyperurikämie >13 mg/dl oder Symptomen: Allopurinol (Start 100 mg/Tag, titrieren auf 300–600 mg, Ziel
  • Nebenwirkungen überwachen: Allopurinol-Hypersensitivität (HLA-B5801-Screening bei Asiaten).

Prognose: Exzellent bei früher Therapie: 90 % Ansprechrate, CKD-Risiko sinkt um 30–50 %. Ohne Therapie: 20–30 % entwickeln Gicht innerhalb 5 Jahren, CKD-Progression beschleunigt sich.

Bitte suchen Sie umgehend einen Facharzt auf – Foren ersetzen keine Untersuchung!

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie

HarnsaeurePanik25 Neues Mitglied 18:55
UPDATE: Danke Dr. med. Cereceda Coto! Habe Termin beim Nephrologen. Harnsäure jetzt nach viel Trinken 13,2 – besser! 😊
NierenFreund42 Forum-Veteran 22:10
> Prognose: Exzellent bei früher Therapie
@Dr_CerecedaCoto_MD Super Erklärung! Hat mir auch geholfen.
HyperUrikExperte Aktives Mitglied 10:45
Toller Thread! Bei mir mit 14,4 war's die Schilddrüse – TSH checken lassen.

Medizinisch geprüft: 6. September 2025 von Dr. med. Cereceda Coto

Medizinischer Hintergrund

Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier:

Harnsäure-Wert – medizinischer Überblick