Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Cereceda Coto, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie mit über 22 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.
Zunächst einmal: Ein Harnsäurewert von exakt 11,2 mg/dl (ca. 666 µmol/l) liegt deutlich über dem Referenzbereich (Männer: 3,4–7,0 mg/dl; Frauen: 2,4–6,0 mg/dl) und wird als schwere Hyperurikämie klassifiziert. Aus nephrologischer Sicht ist dies relevant, da die Niere für ca. 70 % der Harnsäureausscheidung verantwortlich ist. Eine persistierende Hyperurikämie kann zu Harnsäurekristallisation in den Nieren führen (Uratnephropathie), Nierensteinen oder einer chronischen Nierenerkrankung (CKD) beitragen.
Ursachen der Hyperurikämie: Primär unterscheidet man Überproduzenten (ca. 10–20 %, z. B. durch Lesch-Nyhan-Syndrom, Tumorresektion) von Underausscheidern (80 %, nephrogen bedingt). Häufige nephrologische Ursachen: Reduzierte glomeruläre Filtration (CKD Stadium 2–5), tubuläre Reabsorptionsstörungen (z. B. bei Diuretika, Hypertonie), Volumenmangel. Sekundär: Alkohol, purinreiche Ernährung (Fleisch, Meeresfrüchte), Fettleibigkeit, metabolisches Syndrom, Medikamente (Thiazide, Aspirin low-dose), Hypothyreose. Differenzialdiagnostik (DD): Tumorlyse-Syndrom, Psoriasis, Sarkoidose, Bleivergiftung.
Interpretation im Kontext: Ohne Symptome (Gichtarthritis, Tophi, Nierenkoliken) handelt es sich um asymptomatische Hyperurikämie. Dennoch: Bei >9 mg/dl steigt das Risiko für Gicht (Lebenszeitrisiko 80–90 %) und CKD-Progression (OR 1,5–2,0 pro 1 mg/dl Anstieg). 24-h-Urin-Harnsäureausscheidung klärt Produktion vs. Exkretion (>800 mg/24h = Überproduktion).
Nächste Schritte:
Management: Lebensstil zuerst: Purinarme Diät (Fleisch
Prognose: Exzellent bei früher Intervention. 80–90 % erreichen Zielwert unter Therapie. Risikoreduktion: Gichtrezidive -90 %, CKD-Progression -30–50 %, kardiovaskuläre Events -20 %. Regelmäßige Kontrollen (3-monatlich initial). Konsultieren Sie umgehend einen Nephrologen – Selbstmedikation vermeiden!
Ich hoffe, das klärt Ihre Fragen. Stellen Sie gerne Nachfragen.
Quellen/Referenzen:
Dr. med. Cereceda Coto
Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie
Medizinisch geprüft: 3. Januar 2026 von Dr. med. Cereceda Coto
Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier: