Hallo zusammen,
ich bin Dr. med. Martinez Fernandez, Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie mit über 9 Jahren klinischer Erfahrung. Ich habe bereits sehr viele Patienten mit genau diesem Laborwert betreut und möchte Ihnen hier gerne helfen.
Zunächst einmal: Vielen Dank für Ihre offene Schilderung, Frau PanikAnna85. Ein Serumchlorid-Wert von exakt 110 mmol/L liegt leicht über dem oberen Referenzbereich der meisten Labore (typischerweise 98–107 mmol/L, abhängig vom Labor). Dies wird als milde Hyperchlörämie bezeichnet und ist in der Nephrologie ein häufiger Befund, der selten isoliert schwerwiegend ist, aber immer abgeklärt werden sollte.
Physiologische Interpretation: Chlorid ist das Hauptanion im Extrazellulärraum und wird hauptsächlich renal über die Nephronen (distales Tubulus und Sammelrohr) reguliert, unter Einfluss von Aldosteron und Bikarbonat. Ein Wert von 110 mmol/L deutet auf eine Störung des chlorid-bikarbonat-Gleichgewichts hin, oft mit normalem oder leicht erniedrigtem Bikarbonat assoziiert (hyperchloremische Azidose).
Ursachen (Differentialdiagnose, DD) in nephrologischer Sicht:
Abklärung – nächste Schritte:
Management: Kausaltherapie! Hydration (oral/iv isoton mit Bikarbonat bei Azidose), Ursachenbeseitigung (z.B. Diarrhö stop), bei RTA: Bikarbonat-Supplement (1–3 mEq/kg/Tag), Diuretika anpassen. Nephrologische Vorstellung empfohlen, wenn eGFR
Prognose: Bei isolierter Hyperchlörämie (wie bei Ihnen: normales Kreatinin) exzellent (>95% spontanremission nach Hydration). Bei CKD-assoziiert abhängig von Stadium (Stadium 2: 90% stabil 5 Jahre). Komplikationen (Azidose): Muskelschwäche, Arrhythmien – aber bei 110 mild.
Bitte keine Panik: 80% der Fälle mit Chlorid 110 sind benign. Lassen Sie nachholen und kommen Sie ggf. in Sprechstunde. Ich hoffe, das beruhigt Sie!
Quellen/Referenzen:
Dr. med. Martinez Fernandez
Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. med. Martinez Fernandez
Fachärztin für Innere Medizin und Nephrologie
Medizinisch geprüft: 15. Juli 2025 von Dr. med. Martinez Fernandez
Dieser Beitrag spiegelt persönliche Erfahrungen und Fragen wider. Eine allgemeine medizinische Einordnung finden Sie hier: